Arbeitsgemeinschaft Allergiekrankes Kind
Hilfen für Kinder mit Asthma, Ekzem oder Heuschnupfen – (AAK) e.V.

Begriffserklärungen

Die folgende Tabelle soll die im vorangegangenen Text wie auch in der Literatur häufig verwendeten Sammelbegriffe näher erklären. Die Aufzählungen sind unvollständig und daher nur beispielhaft zu sehen.

Was ist was?

Sammelbegriff Beispiele/Bestandteile
Bindemittel Formaldehyd, Isocyanat
Duftstoffe Eugenol, Geraniol, Bergamottöl, Zimtaldehyd, Zimtsäure, Perubalsam
Fungizide (pilztötende Mittel) Lindan, Pentachlorphenol (PCP)
Insektizide (insektenvernichtende Mittel) Dichlordiphenyltrichloräthan (DDT), Dichlorvos (DDVP)
Lösungsmittel Chlorierte und aromatische Kohlenwasserstoffe (wie Toluol, Benzol, Testbenzin, Trichlorethan), Alkohole (wie Äthanol, Methanol), Ketone (wie Aceton), Ester (wie Methylacetat)
Konservierungsstoffe Ameisensäure, Formaldehyd, Parahydroxybenzoesäure (PHB-Ester)
Pestizide (Schädlingsbekämpfungsmittel) Pentachlorphenol (PCP), Phosgen, Phenol
Säuren Phosphorsäure, Ameisensäure
Schwermetalle Blei, Cadmium, Quecksilber, Nickel, Kobald, Eisen, Zink
Weichmacher Phtalsäureester, Hexachlorphenol

 

Was wirkt wie auf den Organismus?

1. Sammelbegriffe

Sammelbegriffe Beispiele / Bestandteile
Bindemittel Formaldehyd, Isocyanat
Duftstoffe Eugenol, Geraniol, Bergamottöl, Zimtaldehyd, Zimtsäure, Perubalsam
Fungizide (pilztötende Mittel) Lindan, Pentachlorphenol (PCP)
Insektizide (insektenvernichtende Mittel) Dichlordiphenyltrichloräthan (DDT), Dichlorvos (DDVP)
Lösungsmittel chlorierte und aromatische Kohlenwasserstoffe, wie Toluol, Benzol, Testbenzin, Trichlorethan, Alkohole, wie Äthanol, Methanol, Ketone, wie Aceton, Ester, wie Methylacetat
Konservierungsstoffe Ameisensäure, Formaldehyd, Parahydroxybenzoesäure (PHB-Ester)
Pestizide (Schädlingsbekämpfungsmittel) Pentachlorphenol (PCP), Phosgen, Phenol
Säuren Phosphorsäure, Ameisensäure
Schwermetalle Blei, Cadmium, Quecksilber, Nickel, Kobald, Eisen, Zink
Weichmacher Phtalsäureester, Hexachlorphenol

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Schadstoff Vorkommen / Verwendung (Beispiele) Biologische Wirkung und Allergie-Symptome (Auswahl)
Aceton in Klebstoffen schleimhautreizend
Acrolein beim Rauchen Reizstoff
Alkohole in Glasreinigern, Teppichschaum, Klebern, Verdünnern, werden als Lösungsmittel eingesetzt giftig, narkotistierende Wirkung
Ammoniak beim Rauchen, in Glasreinigern Reizstoff
Aromatische Amine beim Rauchen krebserregend
Ätzkali in Teppichschaum u. Polstermöbelpflege kann bei Hautkontakt Verätzungen hervorrufen
Ätznatron in Abflussreinigern kann bei Hautkontakt Verätzungen hevorrufen
Benzin in Möbelpflegemitteln, Kontaktklebstoffen enthält Benzol, s.o.
Benzol Farben, Lacke, Plastikstoffe Erkrankungen des Atemtrakts, kanzerogen
Benzo(a)pyren in Wohnungen mit holzbeheizten Öfen und Kaminen während der Heizperiode, beim Rauchen krebserzeugend, Lungenkrebs
Biphenyle (polychlorierte) (PCB) in Kunststoffen hohe Antikörperreaktion mit depressiver Wirkung
Blei Farben, Lacke, Wasserrohre, Autoabgase, Müllverbrennungsanlagen (Außenluft) Hyperaktivität bei Kindern, Minderung der Intelligenz, Epilepsie, Gedächtsnisschwund, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen, Blutarmut, Nierenschäden
Cadmium Glasuren, Kunststoffe, (z.B Wasserleitungsrohre), Kosmetika, Tabakrauch, Bluthochdruck, Nierenfunktionsstörung, Enzymstörung, Arteriosklerose, Kopfschmerzen, Reizung der Luftwege, Erbrechen, Schleimhautentzündung, kanzerogen, Knochendefekte
Chlor in Geschirrspülmitteln für Maschinen siehe Chlorgas
Chlorbenzol In Lösungsmitteln, Polituren, Pestiziden narkotisch wirkend, Leber-, Nieren- und Lungengift
Chlorgas bei gleichzeitiger Anwendung von Sanitär- und WC-Reinigern stark schleimhautreizend
Chlorkohlenwasserstoffe (dazu gehören PCB, Lindan, Tetrachlorkohlenstoff u.v.a.m.) s.o. s.o.
Chrom Zement, Zementhärter u. -kleber, Korrosionsschutzmittel, Beizen, Farbstoffe, in Ölen, Gefrierschutzmitteln, Imprägniermittel, Leder etc. Chromgeschwüre, Rhinitis, Verätzung der Schleimhäute, Chron. Bronchitis, Augenreizung, Enzymstörung, kanzerogen
Dichlorbenzole in WC-Beckensteinen krebserregend
Dichlorethan PVC, Fleckenwasser, Abbeizmittel, Lösemittel f. Harze, Asphalt, Kautschuk etc. Kopfschmerzen, Bewusstlosigkeit,Leber-, Nieren-, Darm- und Magenschaden, krebsverdächtig
Dioxin (TCDD, Seveso-Gift) Müllverbrennung, Holzschutzmittel, Travoöl Appetitmangel, Übelkeit,Verdauungsstörungen, Erbrechen, Kopfschmerzen, Händezittern, Chlorakne, krebserzeugend, erbgutschädigend
Epoxidharz Fliesenkleber, Holz- undMetallklebstoff, Betonbindemittel, Spachtelmaterial, Papier- und Textilveredlungsstoff, Ledergerbmittel Kontaktallergien (Hautausschlag, Ekzem), Asthma
Ester Weichmacher in Fußbodenreinigern, in Klebstoffen narkotisierende Wirkung
Ethylacetat (ist ein Ester) in Klebstoffen, Lacken schleimhautreizend
Ethyl-Benzol Lösungsmittel in styrolverwandten Produkten greift die Augen stark an
Formaldehyd Leime, Lacke, Spanplatten,UF-Schaum, Desinfektions- und Konservierungsmittel, Ledergerbstoff, Bestandteil zahlreicher Kunststoffe, Hauspflegemittel Reizung der Schleimhaut, Asthma, Bindehautentzündung, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Gelenkschmerzen, Lungenschäden, Ekzem, mutagen, krebsverdächtig
Furane in Holzschutzmitteln giftig
Isocyanate Kleber, Lacke, Gummi, Schaumkunststoff (PU) Schleimhautreizung, allerg. Asthma
Kaliumdichromat in Schuh- und Lederpflegemitteln stark wirkendes Allergen
Kobaltchlorid Heizung, Atmung (Lüftungsproblem) Kopfschmerzen, Schwindel, Bewußtlosigkeit, Pseudo-Krupp, Blutdruckanstieg
Kohlenmonoxid (CO) Heizung (unvollständige Verbrennung), Auspuffgase, Tabakrauch Neuropsychische und Kreislaufstörungen, Blockierung des Hämoglobins ("innere Erstickung"), Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Schwindelgefühl, Konzentrationsstörungen, Sehstörungen, Herzrhythmus unregelmäßig
Kohlenwasserstoffe, aromatische polycyclische beim Rauchen, allg. bei unvollständigen Verbrennungsprozessen krebserzeugend
Lanolin in Möbelpflegemitteln, in Schuh- und Lederpflegemitteln; Wollfett, oft Salbengrundlage, auch in Rostschutzmitteln stark wirkendes Allergen, Kontaktallergien
Lindan Insektizid (Imprägniermittel) Kopfschmerzen, Atemlähmung, Reizung der Bindehaut, Übelkeit, Krämpfe, Erbrechen
Methylenchlorid Abbeizmittel hautätzend
Methylethylketon in Klebstoffen augenreizend
Natriumsulfat (Glaubersalz) in Putz- u. Reinigungsmitteln wirkt abführend
Natronlauge in Backofensprays aggressiv
Nikotin in Zigarettenrauch starkes Nervengift
Nitrosamine durch Zigarettenrauch in Atemluft krebserregend
Paradichlorbenzol Mottenschutzmittel, in Luftverbesserungsmitteln Kopfschmerzen, Schleimhautreizung, Schwindel, Narkotikum, Leber-, Lunge-, Nierenschäden, Depressionen
Parabene in Schuh- und Lederpflegemitteln stark wirkendes Allergen
Pentachlorphenol (PCP) Fungizid (Imprägniermittel) wie Lindan! Knochenmarkschwund, Nierenschäden, Leberzirrhose
Phenol Kunstharze, Leime, Farbstoffe, Imprägniermittel und Desinfektionsmittel, Teer, Pech Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörung, hautätzend, Nieren-, Leber- undKreislaufbeschwerden, Verdauungsstörungen, Schädigung des Zentralnerven- und Immunsystems sowie von Bauchspeicheldrüse, Milz und Lunge, mutagen, krebsverdächtig
Phosphorsäureester (E 605...) Weichmacher, Flammschutzmittel, Schädlingsbekämpfungsmittel (fungizid, insektizid, herbizid) Nervengift, Schwindel, Sehstörungen, fermenthemmend, Leberschäden, Leukozytose
Polystyrol siehe Styrol s.o.
Polyurethan eine Kunststoffart Ausdünstung reizender Stoffe
Quecksilber Leuchtstoffröhren, Zahnplomben (Amalgam), Batterien, Haarwaschmittel, Kosmetika, Saatgut-Beizen, Imprägniermittel, Farben, Bodenwachse, Kopietoner, Druckschwärze Gehirn- und Nierenzellenschäden, allergische Reaktionen an Haut und Schleimhaut, Enzymstörung, Schlafstörungen, Angstgefühle, psych. Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche, Sprachstörungen, Zittern der Hände
Schwefeldioxid (SO2) Heizungs-, Kfz- und Industriegas Reizung der Schleimhäute, Hustenreiz, Bronchitis, Entzündung der Augen, Beklemmungsgefühl, Nesselsucht, Nierenschäden
Styrol Kunststoff, Polystyrol, Kleber, synthet. Gummi (Wärmedämmstoff, Verpackung von Lebensmitteln) Narkotikum, Kopfschmerzen, Depressionen, Verhaltensstörungen, Sehstörungen, Müdigkeit, Reizung der Atemwege und der Bindehaut, Geisteskrankheiten, mutagen, Krebsverdacht
Stickstoffdioxid Folge von unvollständigen Verbrennungsprozessen, z.B. durch KFZ-Motoren Atemwegserkrankungen, Bronchitis (in Kombination mit Schwefeldioxid)
Stickoxid (Stickstoffmonoxid) siehe Stickstoffdioxid siehe Stickstoffdioxid
Sulfonamide Imprägniermittel (bakterizid), Arzneimittel Verdauungsstörungen, Hämaturie, Allergien in Form von Fieber, Dermatitis, Asthma, Photosensibilität, Nierenschäden
TBTO (Tributylzinnoxid) in Holzschutzmitteln, Lacken, Dispersionsfarben; als Konservierungsmittel auch in Textilien leicht flüchtig, medizinisch sehr bedenklich, hautreizend
Tenside Fensterputzmittel, Fußbodenpflegemittel, Sanitär- und WC-Reiniger, Scheuermittel, Spülmittel, Waschmittel Allergische Reaktionen an Haut- und Schleimhäuten, Ekzeme
Terpentinöl-Ersatz (Testbenzin, Tetralin) Schuhpflegemittel, Ledersprays, Lösemittel für Farben, Lacke, Lasuren etc. Ekzeme, Reizung der Schleimhäute, Atemnot, Kopfschmerzen, narkotisierend, Linsentrübung
Tetrachlorkohlenstoff und Tri (Trichlorethan) Fleckentferner, Imprägniermittel für Textilien, Fußbodenpflegemittel Nerven- und Zellschäden, krebsverdächtig
Tetramethylthiuramidisulfid (TMTD) Gummi, Fungizid, Insektizid, Konservierungsmittel Gummiallergie, Haut- und Schleimhautreizungen
Vinylchlorid (VC) Fußbodenbeläge, Textilien, Spielzeug, Rolladen, Installationsrohre Bindegewebsverändungen in Lunge, Leber und Blutgefäßen, kregserregend, mutagen
Xylol/Toluol Lösungsmittel für Kleber und Lacke etc., Bleichmittel Reizung der Haut, Narkotikum, Verhaltensstörungen, Schäden an Nervensystem, Leber, Nieren, Herz

(aus: Anton Schneider: "Das Haus – Ursache allergischer Erkrankungen" (14), mit freundlicher Erlaubnis zum Abdruck; erweitert und ergänzt durch die AAK)

 

Weiter oben genannte Stoffe waren Butadien, Polyacryl, Polyamid, Polyester, Polyethylen, Polyolefine, Polypropylen, die alle in Zusammenhang mit Kunstfasern stehen, von denen aber definitive negative Wirkungen auf den menschlichen Organismus in der Literatur nicht genannt werden, – außer dass Kunstfasern in ihren Trageeigeschaften Naturfasern gegenüber einige Nachteile aufweisen. Ebenso wurden Glykolether, Perborat und Phosphate genannt, letztere sind unter ökologischen Gesichtspunkten mit Nachteilen verbunden.