Arbeitsgemeinschaft Allergiekrankes Kind
Hilfen für Kinder mit Asthma, Ekzem oder Heuschnupfen – (AAK) e.V.

Die Arbeitsgemeinschaft Allergiekrankes Kind – Hilfen für Kinder mit Asthma, Ekzem oder Heuschnupfen (AAK) e. V. informiert

(Presseinformation 27.03.2021)

 

 

 

Kinder und Jugendliche mit chronischen Vorerkrankungen wie z.B. Asthma, Neurodermitis und allergischen Erkrankungen haben möglicherweise ein erhöhtes Risiko, an einem schweren Verlauf einer Sars-CoV-2-Infektion zu erkranken und/oder anschließend unter Folgeerkrankungen wie z.B. dem MIS-C (multisystemischen inflammatorischen Syndrom) zu leiden. Es gibt bereits entsprechende darauf hindeutende Voruntersuchungen. Kinder mit Atemproblemen können sich auch schlechter mit Masken schützen, da ihre Atemprobleme zunehmen.

Große Sorgen haben Eltern, deren Kinder an Asthma leiden oder in der Vergangenheit bereits anaphylaktische Reaktionen gezeigt haben, wenn der Schulbesuch wieder zur Pflicht wird.

Der Kinderarzt muss dann die Entscheidung treffen, ob das Risiko eines Präsenzunterrichtes mit Maske zumutbar ist. Die Alternative, der Onlineunterricht (Internetzugang, Laptop etc.), muss jedoch uneingeschränkt möglich gemacht werden. Da in Deutschland noch große Versorgungslücken in der Digitalisierung bestehen, ist das eine nicht ganz einfache Aufgabe, die die Politik schnellstens in Angriff nehmen muss.

Die AAK hat zu dieser Thematik bei einem Gespräch zwischen dem Deutschen Behindertenrat (DBR) und den Ländern am 03.03.2021 Stellung bezogen. Es wurden die individuelle Vorgehensweise beim Präsenzunterricht und generelle Schutzmaßnahmen durch z.B. Lüftungssysteme besprochen.

Über die Präsentationsvorlage haben sich im Rahmen einer Online-Konferenz bundesweit regionale AAK-Ansprechpartner*innen mit Fachleuten beraten und eine aktuelle Beschreibung der Situation und der Probleme dargestellt. Nötige Maßnahmen wurden besprochen, und gemeinsam setzt sich die AAK mit Vertreter*innen verschiedener Organisationen für behinderte und chronisch kranke Kinder ein, so dass für jedes Kind individuelle Lösungen gefunden werden können.

Den Kindern soll Orientierung im Umgang mit der Vielzahl von Informationen, die sie im Internet erhalten können, vermittelt werden und vor allem eine kritische Distanz. Ziel ist, sie in eine selbstbestimmte Zukunft zu begleiten. Dazu gehören die technischen Voraussetzungen, aber auch die praktische Schulung im Schulalltag, gleich ob online, präsent oder hybrid. Hilfreich sind auch die Kenntnisse von Eltern/Familien, um die vielfältigen Informations- und Hilfemöglichkeiten zu strukturieren und auch zu nutzen.

Ein kürzlich gegründeter Arbeitskreis „Kinder“ der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Hessen beklagt, dass die Eltern von Kindern mit besonderen Problemen über mögliche individuelle Unterstützungsleistungen nicht informiert sind und häufig in Kitas und Schulen unzureichend begleitet werden. Die AAK arbeitet an einem Projekt im Rahmen der gesetzlichen Selbsthilfeförderung (SGB V § 20h), das genau an diesen Fragestellungen für Kinder mit Atemwegs- und Hauterkrankungen ausgerichtet ist und das Ziel hat, einen konkreten, alltagstauglichen Hilfekatalog für den Bereich Mittelhessen zu erstellen. Vorhandene Hilfesysteme dienen der Prävention und vermeiden Leid und Frustration.

„Wäre ich nicht hierher gekommen, das hätte ich ja nie erfahren“, so ein Ausspruch eines Vaters bei einem Selbsthilfegruppentreffen. Derlei Treffen werden von der AAK mit einem einfach zu handhabenden und sicheren Videosystem durchgeführt. Die Themen können dann im AAK-Chat auf www.aak.de vertiefend diskutiert werden.

Die AAK plädiert dafür, in multilateralen Gesprächen Umweltschutzaktive, Gesundheitsinteressierte, Gesundheitsexperten und die Gesundheitssysteme auf kommunaler Ebene in kooperativen Aktivitäten vor Ort miteinander zu vernetzen. Es ist immens wichtig, sich auszutauschen und voneinander und miteinander zu lernen.

Die AAK ruft interessierte Menschen auf, sich bei der AAK zu melden (telefonisch 02772 9287-0 oder per E-Mail unter MitmachNetz@aak.de), um sich für eine bessere Zukunft der betroffenen Kinder einzusetzen. Die AAK arbeitet seit über 40 Jahren daran, Selbsthilfen zu unterstützen, Informationen zu vermitteln, beizustehen in kritischen Lebensphasen und in Vernetzung und Kontaktpflege Verbesserungen zu erreichen. Dazu brauchen wir weitere Mitglieder, die Ideen und Erfahrungen einbringen, um anderen Betroffenen zu helfen. Wir würden uns über Ihr Interesse sehr freuen.